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Archive und Menschenrechte

Das Stasi-Unterlagen-Archiv steht im Kontext von vielen Archiven weltweit, die die Dokumentation von Unrecht bewahren, um für die Menschen, die das Unrecht erlebt haben, Aufklärung und Gerechtigkeit zu ermöglichen.

 

Archive, so heißt es oft, sind das Gedächtnis einer Nation. Sie versammeln Dokumente und Unterlagen, die vergangenes Handeln bezeugen und verwahren es für die Ewigkeit. Archive lagern Verträge, Protokolle, Notizen und Gesetze, sie bewahren Fotos, Audio-Aufnahmen, Filme, Briefe, digitale Daten und viele andere Wissensspeicher. Sie behalten das, was die Mächtigen hinterlassen haben, aber auch das, was Bürgerinnen und Bürger zu Papier gebracht hat oder was eine Künstlerin entworfen hat oder eine Autor geschrieben. Sie verschaffen so der Vergänglichkeit menschlichen Handelns eine Chance auf Erinnerung durch zukünftige Generationen. Und sie können immer auch Impulsgeber für gegenwärtige Gesellschafts-Entscheidungen sein.

Gerade in Bezug auf die immer aktuellen Fragen von Demokratie und Diktatur, auf die Verteilung von Macht im Staat und die Regeln des Zusammenlebens, auf die Auswirkung staatlicher Maßnahmen auf den einzelnen Menschen und die Gemeinschaft, bietet der Blick auf das, was zuvor gelebt und entschieden wurde, einzigartige Einsichten. Archive, insbesondere Archive, die die Hinterlassenschaften von Unrechtsregimen bewahren, können als Ratgeber für die Gegenwart dienen. Denn in der Auseinandersetzung damit, wie konkret Unrecht begangen wurde, kann für den Wert von Menschenrechten sensibilisiert werden.

Das Stasi-Unterlagen-Archiv steht dabei im Kontext von vielen Archiven weltweit, die die Dokumentation von Unrecht bewahren, um für die Menschen, die das Unrecht erlebt haben, Aufklärung und Gerechtigkeit zu ermöglichen. Aber auch, um in der Auseinandersetzung mit dem Unrecht, dokumentiert in den Zeugnissen der damals handelnden, das Ringen um die Werte der heutigen Gesellschaft zu prägen.