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Beispiele aus den Stasi-Unterlagen

Einsatz der Stasi auf dem Alexanderplatz am 7. September 1989

7. September 1989 – Auf dem Berliner Alexanderplatz haben sich Bürgerrechtler zum Protest gegen die Wahlfälschungen in der DDR verabredet. Die Stasi hat den Platz abgeschirmt und nimmt rabiat alle Menschen fest, die so aussehen, als wollten sie demonstrieren oder Proteste fotografieren. Die Presse wird ferngehalten und des Platzes verwiesen.

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Dokumentation eines Stasi-Einsatzes auf dem Alexanderplatz in Berlin am 7. September 1989.Quelle: BStU

Demonstration auf dem Alexanderplatz in Berlin am 4. November 1989
   
Zwei Demonstranten halten ein Transparent hoch. Auf ihm steht geschrieben: "Stasi-Weg"

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0003, Bild 0002

Demonstranten fordern auf Plakaten: "Stasipaläste dem Volk" und "Freie Wahlen"

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0003, Bild 0007

Demonstranten fordern auf einem Plakat: "Stasi in die Volkswirtschaft".

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0003, Bild 0008

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten.

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0003, Bild 0011

"1989 Berlin die Polizei nimmt Geruchsproben für Spürhunde!", heißt es auf einem Plakat, dass zwei junge Männer halten.

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0003, Bild 0012

Demonstranten fordern auf Plakaten: "Stasi in die Produktion".

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0003, Bild 0020

Demonstranten protestieren gegen vormilitärische Ausbildung.

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0003, Bild 0023

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten.

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0003, Bild 0024

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten.

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0003, Bild 0025

Demonstranten fordern auf Plakaten: "Für Reformen unsere Kraft, Stasi in die Volkswirtschaft".

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0003, Bild 0026

Ein Demonstrant trägt ein Schild um den Hals. Darauf steht: "Schickt die Stasi nach Benghazi".

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0003, Bild 0031

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten.

Fotodokumentation der Stasi über Transparente und Plakate, die Demonstranten am 4. November 1989 in Berlin mitführten. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0003, Bild 0033

Die Demonstration am 4. November 1989 in Berlin war die größte ihrer Art während der Herbstrevolution. Lange war unklar, ob sie überhaupt genehmigt werden sollte. Aufgabe der Staatssicherheit war es zu verhindern, dass etwas aus dem Ruder läuft. Die Stasi dokumentierte akribisch den Ablauf der Versammlung und fotografierte die Losungen der Demonstranten auf Plakaten und Transparenten.

Das folgende Dokument zeigt darüber hinaus, welche Aufgaben der Staatssicherheitsdienst bei Versammlungen dieser Art zu bewältigen hatte.

Dokument: Hinweise zum Einsatz der Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes für die Demonstration am 4. November 1989 in Berlin

Friedenskreis Pankow (OV "Virus")

Am 24. Oktober 1981 lud Hans-Jürgen Misselwitz im Rahmen des Gemeindetages der Kirchengemeinde Alt-Pankow zum Thema "Gegen Todsicherheit - Für den Frieden" zur Gründung eines Friedenskreises ein. Rasch entstand eine arbeitsfähige Gruppe mit einem Kern von etwa 30 Aktiven, dem so genannten Friedenskreis Pankow. Nach seiner Gründung bildeten sich Gruppen, die ständig oder zeitweilig zu bestimmten Themen arbeiteten, zum Beispiel "Argumente für den Frieden", "Kindererziehung", "Gewaltfreies Training", "Ökologie und Rüstung" und der Frauenbibelkreis.

Obwohl der Pankower Friedenskreis grundsätzlich offen und nicht im Geheimen arbeitete, wurde er im September 1982 im Operativen Vorgang "Virus" von der Stasi erfasst. Mehrere IM berichteten über den Friedenskreis. Zu den zahlreichen Schikanen zählten ab 1983 eine sonst nur selten angewendete Zersetzungsmethode: Bis zu 30 MfS-Studenten und ausgewählte SED-Genossen nahmen regelmäßig an den Treffen teil. Diese störten offen und versuchten, eine inhaltliche Arbeit zu verhindern. Im Frühjahr 1989 wurde die Bearbeitung des Friedenskreises Pankow wegen "mangelnder operativer Relevanz" eingestellt. Die aktivsten Mitglieder brachten sich im Herbst 1989 in verschiedenen anderen Vereinigungen der Bürgerbewegung ein.

Dokument: Abschlussbericht zum Operativen Vorgang "Virus" vom 13. Mai 1988

Die Stasi gegen die "Freiheit der Andersdenkenden"

Jedes Jahr inszenierte die DDR-Führung Mitte Januar die "Kampfdemonstration zu Ehren von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg" in Ostberlin anlässlich des Jahrestages ihrer Ermordung am 15. Januar 1919. Traditionell nahmen an dieser Veranstaltung Partei- und Staatsführung teil.

Am 17. Januar 1988 planten auch Angehörige unabhängiger Menschenrechtsgruppen und Ausreisewillige an der Demonstration teilzunehmen. Mit Transparenten mit Rosa-Luxemburg-Zitaten wollten sie für die "Freiheit der Andersdenkenden" einfordern und auf ihre Situation aufmerksam machen. Besonders aktive Ausreisewillige waren in der Arbeitsgruppe "Staatsbürgerschaftsrecht der DDR" organisiert. Ihr Vorhaben war der Stasi frühzeitig bekannt, die daraufhin Maßnahmen zur Absicherung der Kampfdemonstration ergriff.

Dokument: Maßnahmen der Stasi im Vorfeld der Rosa-Luxemburg-Demonstration gegen die "Arbeitsgruppe Staatsbürgerschaftsrecht"

Dokument: Maßnahmeplan zur Verhinderung provokativer feindlicher Aktivitäten anlässlich der Rosa-Luxemburg-Demonstration vom 15. Januar 1988

Die Stasi nötige hunderte Personen, ihr Fernbleiben von der Gedenkveranstaltung schriftlich zuzusichern. Viele wurden in ihren Wohnungen festgehalten oder auf dem Weg zum Treffpunkt abgefangen. Dutzende Ausreisewillige wurden, zum Teil noch vor der Veranstaltung, innerhalb von 24 Stunden in den Westen abgeschoben.

Dokument: Festnahme von "Andersdenkenden" bei der Rosa-Luxemburg-Demonstration am 17. Januar 1988

Die Staatssicherheitsorgane nahmen insgesamt über hundert Gegendemonstranten fest, gegen die später der Vorwurf "landesverräterischer Beziehungen zu geheimdienstlich gesteuerten Kreisen in Westberlin" erhoben wurde. Dieses Vorgehen dokumentiert das folgende Schreiben der Stasi.

Dokument: Auswertung der feindlich negativen Aktivitäten im Rahmen der Rosa-Luxemburg-Demonstration am 17. Januar 1988