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Beispiele aus den Stasi-Unterlagen

"Grenzpassage" – Lehrfilm der Stasi

"Grenzpassage" ist ein Lehrfilm der Hauptabteilung VI, die an den Grenzen der DDR Passkontrollen durchführte und die Sicherung des Transit- und Reiseverkehrs übernahm. Gezeigt werden verschiedene Szenen aus dem Alltag der Mitarbeiter dieser Diensteinheit, wie zum Beispiel der Ablauf einer Passkontrolle. Dabei wird ein Mann wegen Unstimmigkeiten abgeführt. Insgesamt vermittelt das Video einen umfassenden Eindruck vom Wirken der Stasi an den Grenzen der DDR. Eine Tonspur ist leider nicht überliefert.

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"Grenzpassage" – Stasi-Schulungsfilm zur Grenzsicherung (ohne Ton)Quelle: BStU, MfS, ZAIG, Fi 140

"Wenn man schon schießt..."

Stasi-Chef Erich Mielke referierte auf einer Dienstkonferenz des MfS am 28.4.1989 über das geänderte Vorgehen an der Grenze. Er spricht dabei von "neuen Zeiten". Er fordert: Wenn man aber schon schieße, dann müsse "der Betreffende eben dableiben bei uns". Mit 70 Schuss loszuballern "und der rennt nach drüben", das dürfe einfach nicht sein.

Strategie gegen Auswanderer

1987 gründete sich unter kirchlichem Dach in der Ostberliner Umweltbibliothek eine Arbeitsgruppe "Staatsbürgerschaftsrecht der DDR", um Ausreisewillige zu beraten. Die Stasi verfasste einen "Maßnahmeplan" mit dem Ziel "Zersetzung, Verunsicherung und Auflösung der Gruppierung von feindlich-negativen Übersiedlungsersuchenden".

Dokument: Maßnahmen zur Zersetzung und Auflösung der Übersiedlungsersuchenden der Arbeitsgruppe "Staatsbürgerschaftsrecht der DDR"

Durch die Stasi vorgegebene Strafen

Wer verzweifelte, keinen Ausreiseantrag genehmigt zu bekommen, erwog auch, hilfesuchend zu demonstrieren, sich an Medien zu wenden oder zu flüchten. All dies waren aus Sicht der Stasi eindeutige Straftatbestände. Als "Entscheidungshilfe" listete das MfS die zu einer Verurteilung infrage kommenden Vergehen für den 1. Strafsenat des Obersten Gerichts der DDR auf. Die Liste entstand in Zusammenarbeit von der Hauptabteilung Untersuchung des MfS und der Abteilung IA der Generalstaatsanwaltschaft der DDR. Die darin enthaltenen Strafrechtsparagrafen bedeuten: § 214 (1) Beeinträchtigung staatlicher und gesellschaftlicher Tätigkeit (bis zu 2 Jahre Haft), § 219 (2) ungesetzliche Verbindungsaufnahme (bis zu drei Jahre Haft).

Dokument: "Entscheidungshilfe" – Übersicht, wie Handlungen zur Vorbereitung der Ausreise rechtlich eingestuft werden

Eskalation am Dresdner Hauptbahnhof
   
Aufgerissenes Straßenpflaster vor dem Bahnhof, offenbar Wurfmunition einiger Demonstranten.

,Fotodokumentation über Schäden am Dresdner Hauptbahnhof aus der Nacht vom 4. Oktober 1989, hier: ausgerissene Pflastersteine. Quelle: BStU, MfS, ZAIG, Fo 1663, Abb. 15

MfS-Foto zeigt eine beschädigte Bahnsteigsanzeige.

Fotodokumentation über Schäden am Dresdner Hauptbahnhof aus der Nacht vom 4. Oktober 1989, hier: beschädigte Anzeigetafel. Quelle: BStU, MfS, ZAIG, Fo 1663, Abb. 17

Zerstörte Fensterscheiben an der Bahnhofsfassade

Fotodokumentation über Schäden am Dresdner Hauptbahnhof aus der Nacht vom 4. Oktober 1989, hier: eingeworfene Fensterscheiben. Quelle: BStU, MfS, ZAIG, Fo 1663, Abb. 19

Zerstörte Telefonzellen

Fotodokumentation über Schäden am Dresdner Hauptbahnhof aus der Nacht vom 4. Oktober 1989, hier: zerstörte Telefonzellen. Quelle: BStU, MfS, ZAIG, Fo 1663, Abb. 20

Räume der Reichsbahn wurden ebenfalls verwüstet.

Fotodokumentation über Schäden am Dresdner Hauptbahnhof aus der Nacht vom 4. Oktober 1989, hier: verwüstete Büroräumlichkeiten. Quelle: BStU, MfS, ZAIG, Fo 1663, Abb. 26

Ausgebranntes und komplett zerstörtes Fahrzeug

Fotodokumentation über Schäden am Dresdner Hauptbahnhof aus der Nacht vom 4. Oktober 1989, hier: ein ausgebranntes Fahrzeug. Quelle: BStU, MfS, ZAIG, Fo 1663, Abb. 32

Auch dieses auf dem Kopf stehende Polizeifahrzeug ist komplett zerstört.

Fotodokumentation über Schäden am Dresdner Hauptbahnhof aus der Nacht vom 4. Oktober 1989, hier: auf dem Kopf stehendes Polizeifahrzeug. Quelle: BStU, MfS, ZAIG, Fo 1663, Abb. 35

Am Abend des 4. Oktober 1989 kam es im Dresdener Hauptbahnhof zu heftigen Krawallen. DDR-Bürger versuchten, an Bord der aus Prag durchfahrenden Flüchtlingszüge zu gelangen. Bereitschaftspolizei und Stasi vertrieben in der Nacht 1.500 bis 2.000 Personen gewaltsam aus dem Dresdener Hauptbahnhof.

Reiseeinschränkungen

Wer ein-, aus- oder durchreisen konnte, bestimmte immer die Stasi mit. In ihrem Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit von 1985 hielt sie das auch in ihren Definitionen über den Grenzverkehr fest.

Dokument: MfS-Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit von 1985