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Beispiele aus den Stasi-Unterlagen

Das "klingende Sonntagsrätsel"
   
Einsendung für das "klingende Sonntagsrätsel" des RIAS aus dem Bezirk Neubrandenburg.

Einsendung für das "klingende Sonntagsrätsel" des RIAS aus dem Bezirk Neubrandenburg. Quelle: BStU, MfS, BV Nbg, Abt. XX, 889, Blatt 043-2

Einsendung für das "klingende Sonntagsrätsel" des RIAS aus dem Bezirk Neubrandenburg.

Einsendung für das "klingende Sonntagsrätsel" des RIAS aus dem Bezirk Neubrandenburg. Quelle: BStU, MfS, BV Nbg, Abt. XX, 889, Blatt 047-2

Einsendung für das "klingende Sonntagsrätsel" des RIAS aus dem Bezirk Neubrandenburg.

Einsendung für das "klingende Sonntagsrätsel" des RIAS aus dem Bezirk Neubrandenburg. Quelle: BStU, MfS, BV Nbg, Abt. XX, 889, Blatt 054

Einsendung für das "klingende Sonntagsrätsel" des RIAS aus dem Bezirk Neubrandenburg.

Einsendung für das "klingende Sonntagsrätsel" des RIAS aus dem Bezirk Neubrandenburg. Quelle: BStU, MfS, BV Nbg, Abt. XX, 889, Blatt 055

Einsendung für das "klingende Sonntagsrätsel" des RIAS aus dem Bezirk Neubrandenburg.

Einsendung für das "klingende Sonntagsrätsel" des RIAS aus dem Bezirk Neubrandenburg. Quelle: BStU, MfS, BV Nbg, Abt. XX, 889, Blatt 075-2

Einsendung für das "klingende Sonntagsrätsel" des RIAS aus dem Bezirk Neubrandenburg.

Einsendung für das "klingende Sonntagsrätsel" des RIAS aus dem Bezirk Neubrandenburg. Quelle: BStU, MfS, BV Nbg, Abt. XX, 889, Blatt 200-2

Für die Stasi war jeder Brief und jede Postkarte verdächtig, die in die Bundesrepublik gesendet wurde. In einigen Fällen wurde Sendungen in den Westen grundsätzlich einbehalten. Dies war zum Beispiel der Fall bei unzähligen Postkarten, die DDR-Bürger an den West-Berliner Radiosender RIAS adressierten. Diese Karten sollten weder brisante Informationen über die DDR, noch Kritik am Staat transportieren. Vielmehr wollten DDR-Bürger mit diesen Postkarten am "klingenden Sonntagsrätsel" des Radiosenders teilnehmen. Heute ist klar, warum kein DDR-Bürger jemals die Chance hatte, zu gewinnen. Das MfS hatte die Postkarten aus dem Verkehr gezogen.

Observation eines Briefkastens
   
Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Hier wirft ein Junge einen Brief ein.

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Der Ort ist unbekannt. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 177, Bild 0007

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Hier die Leerung des Briefkastens.

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Der Ort ist unbekannt. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 177, Bild 0008

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Hier wirft ein junge Frau einen Brief ein.

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Der Ort ist unbekannt. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 177, Bild 0011

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Hier wird der Briefkasten geleert.

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Der Ort ist unbekannt. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 177, Bild 0013

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Hier wirft eine Frau einen Brief ein.

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Der Ort ist unbekannt. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 177, Bild 0018

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Hier wirft ein älterer Herr einen Brief ein.

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Der Ort ist unbekannt. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 177, Bild 0019

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Hier laufen zwei Frauen am Briefkasten vorbei, eine davon mit Kinderwagen.

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Der Ort ist unbekannt. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 177, Bild 0022

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Hier geht eine ältere Dame am Briekasten vorbei.

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Der Ort ist unbekannt. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 177, Bild 0023

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Hier fotografierten die Beobachter die Leerung des Briefkastens.

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Der Ort ist unbekannt. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 177, Bild 0001

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Hier fotografierten die Beobachter die Leerung des Briefkastens.

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Der Ort ist unbekannt. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 177, Bild 0004

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Hier fotografierten die Beobachter die Leerung des Briefkastens.

Stasi-Observation von Bürgern beim Einwurf von Post in einen öffentlichen Briefkasten. Der Ort ist unbekannt. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 177, Bild 0006

Die unter anderem für den "politischen Untergrund" zuständige Hauptabteilung XX fertigte diese Aufnahmen an. Es handelt sich dabei um eine Observation von Bürgern beim Einwurf der Post in einen öffentlichen Briefkasten und die Entleerung durch Postangestellte. Auf diese Art und Weise konnten beispielsweise Sendungen Oppositioneller abgefangen oder diese mit bestimmten Sendungen in Verbindung gebracht werden.

Technische Geräte zum Öffnen, Verschließen und Untersuchen der Post
   
Fahndungstafeln der Stasi-Postkontrolle an einem Schreibtisch. Auf ihnen sind Anschriften von überwachten Personen aufgelistet, zu denen die hier eingesetzten MfS-Mitarbeiter die Post aussortieren und zur Kontrolle geben sollten.

Fahndungstafeln der Stasi-Postkontrolle an einem Schreibtisch. Auf ihnen sind Anschriften von überwachten Personen aufgelistet, zu denen die hier eingesetzten MfS-Mitarbeiter die Post aussortieren und zur Kontrolle geben sollten. Quelle: BStU, MfS, Abt. M, Fo 0029, Bild 0001

Technisches Gerät zur Postkontrolle. Für die Öffnung, Überprüfung und möglichst spurlose Weitersendung an den eigentlichen Empfänger setzte das MfS viele, zum Teil eigens dafür entwickelte Geräte ein.

Technisches Gerät zur Postkontrolle. Für die Öffnung, Überprüfung und möglichst spurlose Weitersendung an den eigentlichen Empfänger setzte das MfS viele, zum Teil eigens dafür entwickelte Geräte ein. Quelle: BStU, MfS, Abt. M, Fo 0029, Bild 0052

Maschine des MfS für das automatische Verschließen der zur Kontrolle geöffneten Briefe. Der Empfänger sollte die Kontrolle nicht bemerken.

Maschine des MfS für das automatische Verschließen der zur Kontrolle geöffneten Briefe. Der Empfänger sollte die Kontrolle nicht bemerken. Quelle: BStU, MfS, Abt. M, Fo 0029, Bild 0055

Die automatische Öffnungsanlage 10/10 war eine Eigenentwicklung des MfS. Das Magazin nahm 300 bis 500 Briefe auf, die dann auf einer "Bedampfungsstraße" automatisch geöffnet wurden.

Die automatische Öffnungsanlage 10/10 war eine Eigenentwicklung des MfS. Das Magazin nahm 300 bis 500 Briefe auf, die dann auf einer "Bedampfungsstraße" automatisch geöffnet wurden. Quelle: BStU, MfS, Abt. M, Fo 0029, Bild 0073

Manche Briefe mussten aufwändig von Hand verklebt werden. Der Arbeitsplatz eines MfS-Mitarbeiters mit Klebepistole, Lampe und Klebestift.

Nicht alle Briefe ließen sich automatisch verschließen, etwa, wenn sie zu groß für die Maschinen waren. Dann mussten Mitarbeiter des MfS die Sendungen aufwändig per Hand verkleben – ebenfalls möglichst spurlos. Quelle: BStU, MfS, Abt. M, Fo 0029, Bild 0116

Eine Reihe Kaltdampfanlagen. Zu öffnende Briefe liegen auf einer Fläche, aus der der Dampf strömt. Bereits geöffnete Briefe liegen auf Ablagen darüber.

Manche Briefe enthielten "Einlagen", die durch ein Öffnen mit Heißdampf beschädigt werden konnten. Das war zum Beispiel dann der Fall, wenn die Sendung Fotos enthielt. Dafür setzte das MfS eine Kaltdampfanlage aus ungarischer Produktion ein. Quelle: BStU, MfS, Abt. M, Fo 0031, Bild 0002

Ein MfS-Mitarbeiter sitzt an einer Heißdampfanlage. In eine Tischplatte ist eine W-förmige Öffnung eingelassen, aus der Dampf strömt. Darüber gelegt ließen sich die Briefe leicht öffnen.

Neben den großen automatischen Anlagen öffneten MfS-Mitarbeiter Briefe auch von Hand. Dazu verwendete das MfS Heißdampfanlagen, auf denen jeweils zwei Briefe gleichzeitig bedampft und geöffnet werden konnten. Quelle: BStU, MfS, Abt. M, Fo 0031, Bild 0003

Schreibtisch eines Stasi-Mitarbeiters in der Postkontrolle. Bei der Öffnung, Kontrolle und dem anschließenden Verschließen der Briefe war immer wieder Handarbeit nötig.

Schreibtisch eines Stasi-Mitarbeiters in der Postkontrolle. Bei der Öffnung, Kontrolle und dem anschließenden Verschließen der Briefe war immer wieder Handarbeit nötig. Quelle: BStU, MfS, Abt. M, Fo 0031, Bild 0004

Eine MfS-Mitarbeiterin bügelt wieder verschlossene Briefe.

Eine MfS-Mitarbeiterin bügelt wieder verschlossene Briefe. Dadurch sollten Spuren der Öffnung beseitigt werden. Quelle: BStU, MfS, Abt. M, Fo 0031, Bild 0005

Ein MfS-Mitarbeiter an einem Fotokopier-Arbeitsplatz.

Ein MfS-Mitarbeiter an einem Fotokopier-Arbeitsplatz. Hier wurden die geöffneten Briefe für die Akten vervielfältigt. Quelle: BStU, MfS, Abt. M, Fo 0031, Bild 0006

Technisches Gerät in der Postkontrolle der Abteilung M.

Technisches Gerät in der Postkontrolle der Abteilung M. Quelle: BStU, MfS, Abt. M, Fo 0031, Bild 0009

In den Dienstgebäuden der Stasi wurden die in der Poststelle aussortierten Briefe einer aufwändigen Prozedur unterzogen. Um die Briefe Lesen zu können, mussten sie so geöffnet, kopiert und geschlossen werden, dass der Empfänger nichts davon merkte. Dazu kamen eine Reihe von Maschinen und Techniken zum Einsatz, die das MfS teilweise selbst entwickelt hatte.

Stasi-Mitarbeiter beim Abhören von Telefongesprächen
   
Ein Mitarbeiter der Hauptabteilung III des MfS beim Abhören eines aufgezeichneten Gesprächs.

Ein Mitarbeiter der Hauptabteilung III des MfS beim Abhören eines aufgezeichneten Gesprächs. Quelle: BStU, MfS, HA III, Fo, 299, Bild 0015

Abhör- und Fernmeldetechnik des MfS.

Abhör- und Fernmeldetechnik des MfS. Quelle: BStU, MfS, HA III, Fo, 299, Bild 0045

MfS-Mitarbeiter in einem Raum voller Technik zum Abhören und Aufzeichnen von Telefongesprächen.

MfS-Mitarbeiter in einem Raum voller Technik zum Abhören und Aufzeichnen von Telefongesprächen. Quelle: BStU, MfS, HA III, Fo, 313, Bild 0042

Mitarbeiter der Hauptabteilung III an Tonbandgeräten beim Abhören aufgezeichneter Telefongespräche.

Mitarbeiter der Hauptabteilung III an Tonbandgeräten beim Abhören aufgezeichneter Telefongespräche. Quelle: BStU, MfS, HA III, Fo, 313, Bild 0076

Ein MfS-Mitarbeiter an einer Rufnummernselektierungsanlage (RSA). Die abgebildete Anlage besteht aus 16 Tonbandgeräten und weiterer Technik.

Die abgebildete Anlage besteht aus 16 Tonbandgeräten und weiterer Technik. Diese Anlagen zeichneten automatisch Gespräche auf, die von vorher eingegebenen Anschlüssen aus begonnen wurden. Tonbandgeräte nahmen ab Mitte der 80er Jahre bis zu zwanzig Gespräche gleichzeitig auf. Quelle: BStU, MfS, HA III, Fo, 313, Bild 0078

Eine Wand mit 16 Tonbandgeräten, die an eine Rufnummernselektierungsanlage gekoppelt waren.

Eine Wand mit 16 Tonbandgeräten, die an eine Rufnummernselektierungsanlage gekoppelt waren. Quelle: BStU, MfS, HA III, Fo, 313, Bild 0079

Ein Mitarbeiter der Hauptabteilung III des MfS tippt ein aufgezeichnetes Gespräch ab.

Ein Mitarbeiter der Hauptabteilung III des MfS tippt ein aufgezeichnetes Gespräch ab. Quelle: BStU, MfS, HA III, Fo, 313, Bild 0045

Ein Mitarbeiter der Hauptabteilung III des MfS an einem Arbeitsplatz mit Abhör- und Fernmeldetechnik.

Ein Mitarbeiter der Hauptabteilung III des MfS an einem Arbeitsplatz mit Abhör- und Fernmeldetechnik. Quelle: BStU, MfS, HA III, Fo, 313, Bild 0098

Ein Arbeitsplatz mit technischen Geräten.

Ein Arbeitsplatz mit technischen Geräten. Quelle: BStU, MfS, HA III, Fo, 313, Bild 0105

Mitarbeiter der zuständigen Abteilungen im MfS nahmen Telefongespräche auf Tonbänder auf. Teilweise wurde dies in einem maschinellen Vorgang automatisch durchgeführt. Schlussendlich mussten jedoch alle Gespräche von Interesse abgetippt oder schriftlich zusammengefasst werden.

Dienstanweisungen der Stasi zur Post- und Telefonkontrolle

In der Dienstanweisung für die Abteilung 26 legte Armeegeneral und Stasi-Minister Erich Mielke die spezifischen Aufgaben der Einheit fest. Dazu gehörte u.a. die Telefonüberwachung des Fernsprechverkehrs der Deutschen Post (sogenannter Auftrag A). Besondere Aufmerksamkeit sollte laut Dienstanweisung der Geheimhaltung gewidmet werden.

Dokument: Dienstanweisung Nr. 1/84 über die Aufgaben der Diensteinheiten der Linie 26

Zu den Zielstellungen der Abteilung M gehörte es, die Verbreitung politisch brisanter Inhalte zu verhindern und darüber hinaus alle interessanten Informationen für die Arbeit anderer MfS-Abteilungen zu erfassen. Darüber hinaus definierte Stasi-Chef Mielke in diesem geheimen Schreiben den Umfang der Kontrollen durch die Abteilung sowie Grundsätze für deren Zusammenarbeit mit Post und Zoll.

Dokument: Dienstanweisung Nr. 3/85 zur politisch-operativen Kontrolle und Auswertung von Postsendungen durch die Abteilung M