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Beispiele aus den Stasi-Unterlagen

Evangelischer Kirchentag in Ostberlin am 27. Juni 1987
   
Die Stasi beobachtete auf dem Alexanderplatz eine Gruppe junger Erwachsener während des Singens von Kirchenliedern am 27. Juni 1987 im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Ostberlin.

Die Stasi beobachtete auf dem Alexanderplatz eine Gruppe junger Erwachsener während des Singens von Kirchenliedern am 27. Juni 1987 im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Ostberlin. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0803, Bild 0001

Die Stasi beobachtete auf dem Alexanderplatz eine Gruppe junger Erwachsener während des Singens von Kirchenliedern am 27. Juni 1987 im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Ostberlin.

Die Stasi beobachtete auf dem Alexanderplatz eine Gruppe junger Erwachsener während des Singens von Kirchenliedern am 27. Juni 1987 im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Ostberlin. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0803, Bild 0003

Die Stasi beobachtete auf dem Alexanderplatz eine Gruppe junger Erwachsener während des Singens von Kirchenliedern am 27. Juni 1987 im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Ostberlin.

Die Stasi beobachtete auf dem Alexanderplatz eine Gruppe junger Erwachsener während des Singens von Kirchenliedern am 27. Juni 1987 im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Ostberlin. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0803, Bild 0006

Die Stasi beobachtete auf dem Alexanderplatz eine Gruppe junger Erwachsener während des Singens von Kirchenliedern am 27. Juni 1987 im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Ostberlin.

Die Stasi beobachtete auf dem Alexanderplatz eine Gruppe junger Erwachsener während des Singens von Kirchenliedern am 27. Juni 1987 im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Ostberlin. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0803, Bild 0008

Die Stasi beobachtete auf dem Alexanderplatz eine Gruppe junger Erwachsener während des Singens von Kirchenliedern am 27. Juni 1987 im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Ostberlin.

Die Stasi beobachtete auf dem Alexanderplatz eine Gruppe junger Erwachsener während des Singens von Kirchenliedern am 27. Juni 1987 im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Ostberlin. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0803, Bild 0009

Die Stasi beobachtete auf dem Alexanderplatz eine Gruppe junger Erwachsener während des Singens von Kirchenliedern am 27. Juni 1987 im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Ostberlin.

Die Stasi beobachtete auf dem Alexanderplatz eine Gruppe junger Erwachsener während des Singens von Kirchenliedern am 27. Juni 1987 im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Ostberlin. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0803, Bild 0012

Die Stasi beobachtete auf dem Alexanderplatz eine Gruppe junger Erwachsener während des Singens von Kirchenliedern am 27. Juni 1987 im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Ostberlin.

Die Stasi beobachtete auf dem Alexanderplatz eine Gruppe junger Erwachsener während des Singens von Kirchenliedern am 27. Juni 1987 im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Ostberlin. Quelle: BStU, MfS, BV Bln, Fo 0803, Bild 0017

Ab 1962 fanden in der DDR in regelmäßigen Abständen Evangelische Kirchentage statt. 1987 war Ost-Berlin Treffpunkt der Christen. Kirchliche Basisgruppen kritisierten jedoch die staatsnahe Haltung der Organisatoren. Als Gegenveranstaltung zum offiziellen Kirchentag richteten sie parallel einen "Kirchentag von unten" aus. Mit vor Ort war auch die Stasi, die das Geschehen dokumentierte.

Zeugen Jehovas im Visier der Stasi
   
Eine von der Stasi konfiszierte Handtasche. Darin befindet sich eine Cornflakes-Packung, in der Broschüren der Zeugen Jehovas versteckt wurden.

Eine von der Stasi konfiszierte Handtasche. Darin befindet sich eine Cornflakes-Packung, in der Broschüren der Zeugen Jehovas versteckt wurden. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 0872, Bild 0001

Eine von der Stasi konfiszierte Handtasche. Darin befindet sich eine Cornflakes-Packung, in der Broschüren der Zeugen Jehovas versteckt wurden.

Eine von der Stasi konfiszierte Handtasche. Darin befindet sich eine Cornflakes-Packung, in der Broschüren der Zeugen Jehovas versteckt wurden. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 0872, Bild 0002

Eine von der Stasi konfiszierte Handtasche. Darin befindet sich eine Cornflakes-Packung, in der Broschüren der Zeugen Jehovas versteckt wurden.

Eine von der Stasi konfiszierte Handtasche. Darin befindet sich eine Cornflakes-Packung, in der Broschüren der Zeugen Jehovas versteckt wurden. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 0872, Bild 0003

Eine von der Stasi konfiszierte Handtasche. Darin befindet sich eine Cornflakes-Packung, in der Broschüren der Zeugen Jehovas versteckt wurden.

Eine von der Stasi konfiszierte Handtasche. Darin befindet sich eine Cornflakes-Packung, in der Broschüren der Zeugen Jehovas versteckt wurden. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 0872, Bild 0004

Eine von der Stasi konfiszierte Handtasche. Darin befindet sich eine Cornflakes-Packung, in der Broschüren der Zeugen Jehovas versteckt wurden.

Eine von der Stasi konfiszierte Handtasche. Darin befindet sich eine Cornflakes-Packung, in der Broschüren der Zeugen Jehovas versteckt wurden. Quelle: BStU, MfS, HA XX, Fo 0872, Bild 0005

Disziplinierungsmaßnahmen am Beispiel des Wehrersatzdienstes

Als die DDR einige Monate nach dem Mauerbau im Januar 1962 die Wehrpflicht einführte, verweigerten viele junge Männer aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe. Besonders die evangelische Kirche setzte sich für einen Wehrersatzdienst ein. Mit Erfolg: 1964 trat die Bausoldatenverordnung in Kraft. Es entstand etwas völlig Neues: ein Soldat ohne Waffe und ohne Eid – ein Bausoldat.

Die Bausoldaten blieben jedoch voll in die militärische Struktur der Nationalen Volksarmee (NVA) eingebunden. Einen zivilen Wehrersatzdienst gab es bis zum Ende der DDR nicht. Dass es möglich war, den Wehrdienst zu verweigern, sprach sich zunächst nur langsam herum. Selbst innerhalb der Kirche machten nur wenige engagierte Pfarrer diese Option unter den jungen Christen publik. Viele junge Männer wurden gegen ihr Gewissen und ihren Glauben zum Dienst an der Waffe gezwungen. Ein Maßnahmeplan der Stasi zeigt, wie Inoffizielle Mitarbeiter in kirchlichen Schlüsselpositionen für "Disziplinierung" sorgten.

Dokument: Maßnahmeplan der Stasi zur Verhinderung seelsorgerischer Beratung von Wehrpflichtigen

Die Selbstverbrennung von Oskar Brüsewitz

Am 18. August 1976 übergoss sich der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz vor der Michaeliskirche in Zeitz in Sachsen-Anhalt mit Benzin und zündete sich an. Vier Tage später erlag er seinen schweren Verbrennungen. Sein Suizid war Ausdruck des Protestes gegen das repressive Bildungssystem der DDR und den Einfluss des Regimes auf die Kirche, wodurch er eine freie Ausübung des Glaubens als unmöglich ansah.

Unter Mitwirkung der Stasi versuchten staatliche Stellen, das Ereignis zu verschweigen. Als jedoch Rundfunk und Fernsehen der Bundesrepublik über die Selbstverbrennung berichteten, reagierten die staatlich gelenkten DDR-Medien: Sie stellten Brüsewitz' Selbstmord als die Tat eines Psychopathen dar, der "nicht alle fünf Sinne beisammen" hatte.

Dokument: Informationen über die Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz am 18. August 1976 in Zeitz

Die Kirchenleitung der DDR protestierte gegen die diffamierenden Darstellungen in den Medien, genauso gegen den Versuch, "das Geschehen in Zeitz zur Propaganda gegen die Deutsche Demokratische Republik zu benutzen". Die Stasi-Unterlagen dokumentieren die innerkirchlichen Spannungen zwischen Gegnern und Befürwortern des gemäßigten Kurses der Evangelischen Kirche gegenüber dem SED-Staat.

Dokument: Stasi-Dokumente über innerkirchliche Spannungen im Zusammenhang mit der Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz